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Krank durch Veränderung der Esskultur und Lebensweise

Es ist schon länger bekannt, dass in den westlichen Industrieländern zahlreiche Krankheiten, die sogenannten Zivilisationskrankheiten, auch von der Lebens- und besonders Ernährungsweise abhängen. Katastrophal hat sich dies beim Thema Übergewicht herausgestellt, denn die Deutschen führen die Spitze an. Wie konnte es zu diesem Ausmaß kommen? Eine Erklärung ist mit Sicherheit die Veränderung des Lebensstils, die sich in den letzten fünf Jahrzehnten herauskristallisiert hat.
Essen gehört zum Leben wie die Luft zum Atmen und versorgt den menschlichen Organismus mit Energie und Nährstoffen. Essen ist jedoch auch ein Teil unserer Lebenskultur und die Lebensgewohnheiten. In diesem Bereich zeigt sich eine deutliche und starke Veränderung. Während man in der Vergangenheit, das heißt bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, noch schwerer körperlicher Arbeit nachging, so wird die heutige Zeit geprägt von Bewegungsarmut. Motorisierung und Automatisierung sind mitunter an dieser Lage mitschuldig. Gegenüber den letzten fünf Jahrzehnten und heute sind die durchschnittliche Energieaufnahme und der Energieverbrauch weit auseinander getriftet. Aufgrund von Hungerjahren in den 50er Jahren und den Rückgang des Bewegungsumsatzes hat die Kalorienzufuhr stark zugenommen und stagniert heute auf hohem Niveau. Im Durchschnitt liegt jeder Deutsche mit seinem Energieüberschuss viel zu weit oben. Die Rede ist sogar von mehreren Hundert Kilokalorien.
Der Mensch ist zu einem reinen Konsumenten geworden, bei dem die Fähigkeiten und die Bereitschaft, selbst zu kochen, stark zurückgegangen ist. Flexibel im Beruf zu sein ist modern und lässt das Thema Essen immer weiter in den Hintergrund rücken. Auch finden feste Essenszeiten im Kreise der Familie kaum noch oder nur selten statt. Die Essenszeiten werden vom Terminplan zugelassen und der kleine Hunger zwischendurch wird durch Fast-Food gestillt. Zwar sind es meist kleine Portionen, die man zu sich nimmt, doch über die Kalorienmenge des Snacks sind sich die wenigsten Menschen bewusst.
Wenn dann doch zuhause der Herd angeschaltet wird, dann greift man zielsicher in die Trickkiste und bereitet Tiefkühl- oder Dosenkost zu. Der Aufwand ist gering, die Mahlzeiten sind schnell zubereitet, sodass langwieriges Kochen der Vergangenheit angehört. Grundsätzlich sind diese Speisen nicht schlecht, sofern man auf Qualität achtet. Doch leider geht auch der natürliche Geschmack vieler Grundnahrungsmittel verloren. Ein Beispiel: Bereits die kleinen Kinder lernen nie den wahren Geschmack echter Vanille kennen, da sie von klein an Vanilleeis bekommen, das mit künstlichen Aromen versetzt ist.

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